Couverture du livre Michael Kohlhaas de Heinrich von Kleist

Michael Kohlhaas

Heinrich von Kleist

Michael Kohlhaas

Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ erzählt die Geschichte eines im Grunde rechtschaffenen Mannes, der durch anhaltende Ungerechtigkeit in fanatische Selbstjustiz getrieben wird. Der Pferdehändler Michael Kohlhaas wird von einem sächsischen Junker um zwei seiner Pferde betrogen; als sämtliche rechtlichen Beschwerdewege wegen der Verbindungen des Junkers zum Adel scheitern und auch seine geliebte Frau bei dem Versuch, für ihn Gerechtigkeit zu erwirken, ums Leben kommt, entschließt sich Kohlhaas, sein Recht mit Gewalt zu erzwingen. Er stellt eine bewaffnete Truppe auf, brandschatzt Städte und wird zu einem gefürchteten Aufständischen, dessen ursprünglich berechtigtes Anliegen zunehmend in blindwütige, selbstzerstörerische Gewalt umschlägt. Erst nach der Vermittlung Martin Luthers und einem juristisch zweideutigen Ausgang endet die Geschichte mit Kohlhaas' Hinrichtung – wobei ihm sein ursprüngliches Recht formal doch noch zugesprochen wird. Kleists auf einem realen Fall des 16. Jahrhunderts basierende Novelle von 1810 gilt als eindringliche Studie über die fließende Grenze zwischen legitimem Rechtsempfinden und zerstörerischem Fanatismus.

A propos de l'auteur

Heinrich von Kleist (1777–1811) war ein preußischer Dramatiker, Erzähler und Lyriker von zerrissener, radikaler Modernität. Nach einer Offizierslaufbahn und einer tiefen Lebenskrise schuf er Meisterwerke wie „Michael Kohlhaas“ und „Der zerbrochne Krug“, die menschliche Abgründe schonungslos ausloten. Verzweifelt an Anerkennung und Existenz, nahm er sich mit 34 Jahren am Kleinen Wannsee das Leben.

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