Der zerbrochne Krug
Heinrich von Kleist
Der zerbrochne Krug
Heinrich von Kleist
Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ gilt als eine der besten Komödien der deutschen Literatur. In einem kleinen holländischen Dorf soll der joviale, aber korrupte Dorfrichter Adam den Fall eines zerbrochenen Kruges aufklären: Marthe Rull verlangt Schadenersatz, weil in der Nacht zuvor jemand in die Kammer ihrer Tochter Eve eingedrungen sei und dabei den wertvollen Krug zertrümmert habe. Während der peinlich genauen Verhandlung, der zufällig ein hoher Gerichtsrat beiwohnt, wird immer deutlicher, dass Richter Adam selbst der nächtliche Eindringling war. Kleist entfaltet in klassischer dramatischer Form ein Kabinettstück aus Situationskomik, doppelbödigem Sprachwitz und einer scharfen, bis heute aktuellen Kritik an Machtmissbrauch und korrupter Justiz. Das Stück, ursprünglich für Weimar geschrieben, floppte bei der Uraufführung 1808 unter Goethes Regie, wurde später aber zu einem der meistgespielten deutschen Bühnenklassiker.
A propos de l'auteur
Heinrich von Kleist (1777–1811) war ein preußischer Dramatiker, Erzähler und Lyriker von zerrissener, radikaler Modernität. Nach einer Offizierslaufbahn und einer tiefen Lebenskrise schuf er Meisterwerke wie „Michael Kohlhaas“ und „Der zerbrochne Krug“, die menschliche Abgründe schonungslos ausloten. Verzweifelt an Anerkennung und Existenz, nahm er sich mit 34 Jahren am Kleinen Wannsee das Leben.