Der Prozess
Franz Kafka
Der Prozess
Franz Kafka
Franz Kafkas Roman „Der Process“ beginnt mit einem der berühmtesten Romananfänge der Weltliteratur: „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Der Bankprokurist Josef K. wird an seinem 30. Geburtstag von zwei Wächtern eines unbekannten Gerichts verhaftet, darf aber vorerst weiter seinem normalen Leben nachgehen. Im Verlauf des Romans versucht K. verzweifelt, mehr über die Anklage gegen ihn zu erfahren und sich zu verteidigen, verstrickt sich dabei aber immer tiefer in ein Labyrinth aus Vorzimmern, Gerichtskanzleien auf Dachböden, zwielichtigen Anwälten und undurchschaubaren Hierarchien, die niemals klare Antworten liefern. Der Roman endet mit K.s Hinrichtung durch zwei Männer, „wie ein Hund“, ohne dass K. – oder der Leser – je erfährt, wessen er eigentlich beschuldigt wurde. Von Kafka unvollendet hinterlassen und erst 1925, ein Jahr nach seinem Tod, von seinem Freund Max Brod gegen Kafkas eigenen letzten Willen veröffentlicht, gilt „Der Process“ als eines der einflussreichsten Werke der literarischen Moderne und als zeitlose Parabel auf Machtmissbrauch, Bürokratie und existenzielle Ausgeliefertheit.
A propos de l'auteur
Franz Kafka (1883–1924) wurde in Prag als deutschsprachiger Jude im Habsburgerreich geboren und arbeitete als Versicherungsjurist, während er nachts an seinem literarischen Werk schrieb. Seine Romane und Erzählungen wie „Der Process“ und „Die Verwandlung“ beschreiben fremde, bedrohliche Bürokratien und die Einsamkeit des Einzelnen – Visionen, die als „kafkaesk“ in die Weltsprache eingingen. Die meisten seiner Werke erschienen erst nach seinem Tod.