Kindertodtenlieder
Friedrich Rückert
Kindertodtenlieder
Friedrich Rückert
Friedrich Rückerts „Kindertodtenlieder“ entstanden 1833 und 1834, nachdem der Dichter innerhalb weniger Wochen zwei seiner Kinder an Scharlach verloren hatte. In über 400 kurzen, formal kunstvollen Gedichten verarbeitet Rückert seinen unermesslichen elterlichen Schmerz, seine Trauer, seine Schuldgefühle und den langsamen, nie vollständigen Prozess des Weiterlebens nach einem solchen Verlust. Die Gedichte kreisen um immer neue Facetten der Trauer – von der ersten, unfassbaren Nachricht über Erinnerungen an die verstorbenen Kinder bis zu Momenten zaghafter Hoffnung und religiösen Trostes. Zu Lebzeiten Rückerts blieben die zutiefst privaten Gedichte weitgehend unveröffentlicht und erschienen erst 1872, sechs Jahre nach seinem Tod, in einer postumen Sammlung. Weltberühmt wurden die Kindertodtenlieder erst durch Gustav Mahlers kongeniale Vertonung von fünf ausgewählten Gedichten für Orchester und Singstimme (1901–1904), die zu einem der bedeutendsten Werke der spätromantischen Liedkunst wurde und Rückerts stille, formvollendete Trauerdichtung einem weltweiten Publikum erschloss.
A propos de l'auteur
Friedrich Rückert (1788–1866) war Orientalist, Sprachgenie und einer der produktivsten deutschen Dichter des 19. Jahrhunderts. Als Professor beherrschte er zahlreiche orientalische Sprachen und übertrug persische und arabische Dichtung ins Deutsche. Seine „Kindertodtenlieder“, geschrieben nach dem Tod zweier eigener Kinder, wurden später von Gustav Mahler kongenial vertont.