Die Kunst, Recht zu behalten
Arthur Schopenhauer
Die Kunst, Recht zu behalten
Arthur Schopenhauer
Arthur Schopenhauers Schrift „Die Kunst, Recht zu behalten“, auch als „Eristische Dialektik“ bekannt, ist ein kurzes, ungewöhnlich bissiges und praxisnahes Werk. Anstatt eine idealisierte Theorie sachlicher, wahrheitssuchender Diskussion zu entwerfen, analysiert Schopenhauer mit scharfer Beobachtungsgabe, welche rhetorischen „Kunstgriffe“ Menschen tatsächlich in Streitgesprächen anwenden, um Recht zu behalten – unabhängig davon, ob ihr Standpunkt inhaltlich zutrifft. In 38 kurz beschriebenen Strategien beschreibt er Techniken wie das bewusste Missverstehen des Gegners, das Ausweichen auf Nebenkriegsschauplätze, gezielte Provokation, Übertreibung gegnerischer Argumente oder den Appell an die Autorität statt an Fakten. Ursprünglich als private, nicht zur Veröffentlichung bestimmte Notizsammlung entstanden, wurde die Schrift erst 1864, vier Jahre nach Schopenhauers Tod, veröffentlicht. Der Text besticht durch seinen entlarvenden, oft selbstironischen Blick auf die Mechanismen menschlicher Streitgespräche und wird bis heute – von Debattierclubs bis zur politischen Rhetorikanalyse – als erstaunlich zeitloser Leitfaden zur Erkennung unfairer Diskussionstaktiken gelesen.
A propos de l'auteur
Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein Danziger Kaufmannssohn und einer der einflussreichsten und meistgelesenen deutschen Philosophen. In seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ entwickelte er eine pessimistische Philosophie des blinden, unstillbaren Lebenswillens, die später Nietzsche, Wagner und Freud tief beeinflusste. Seine glasklare, oft bissige Prosa machte ihn auch außerhalb der Fachwelt populär.