Couverture du livre Fabeln de Gotthold Ephraim Lessing

Fabeln

Gotthold Ephraim Lessing

Fabeln

Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessings „Fabeln“ von 1759 sind ein programmatisches Werk der deutschen Aufklärung. Anders als viele seiner Vorgänger, etwa Jean de La Fontaine, die die Tierfabel in kunstvolle, oft weitschweifige Versform kleideten, entschied sich Lessing bewusst für eine knappe, klare Prosaform ohne poetischen Zierrat. In begleitenden theoretischen Schriften begründete er diese Entscheidung: Die Fabel solle in erster Linie der moralischen Erkenntnis dienen und nicht durch ausschweifende dichterische Ausschmückung von ihrer eigentlichen lehrhaften Absicht ablenken. In den Fabeln selbst treten wie in der klassischen Tradition Tiere als Träger menschlicher Charaktereigenschaften auf – Fuchs, Wolf, Löwe und andere vertraute Figuren –, doch Lessing legt besonderen Wert auf logische Stringenz und eine klar erkennbare, oft überraschende moralische Pointe. Das Werk zeigt exemplarisch Lessings aufklärerisches Ideal einer auf Vernunft und klare Erkenntnis ausgerichteten Literatur und markiert zugleich einen wichtigen Beitrag zur zeitgenössischen literaturtheoretischen Debatte über Form und Zweck der Fabeldichtung.

A propos de l'auteur

Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781) war Dichter, Kritiker und der wichtigste deutsche Dramatiker der Aufklärung. Als Theologensohn aus Kamenz kämpfte er zeitlebens für Vernunft, Toleranz und ein eigenständiges deutsches Theater. Mit „Nathan der Weise“ und „Emilia Galotti“ schuf er Klassiker, die religiöse Vorurteile und gesellschaftliche Macht bis heute kritisch hinterfragen.

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