Draußen vor der Tür
Wolfgang Borchert
Draußen vor der Tür
Wolfgang Borchert
Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“ ist das zentrale Werk der deutschen „Trümmerliteratur“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kriegsheimkehrer Beckmann kehrt körperlich und seelisch gebrochen aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hamburg zurück, findet dort aber weder seine Frau, die ihn längst für tot gehalten und einen anderen Mann gefunden hat, noch bei seinen ehemaligen Vorgesetzten oder der übrigen Gesellschaft Verständnis für die eigene Schuld und das erlittene Trauma. Auf einer alptraumhaften nächtlichen Wanderung durch die zerstörte Stadt begegnet er Gleichgültigkeit, Verdrängung und zynischem Selbstschutz – selbst der personifizierte „Andere“, eine Art innere Stimme der Lebensbejahung, kann ihn nicht vom Selbstmordversuch abhalten, und sogar die Elbe weigert sich in einer bitter-ironischen Szene, ihn ertrinken zu lassen. Ursprünglich als Hörspiel konzipiert und kurz nach Borcherts frühem Tod 1947 uraufgeführt, gilt das Stück als schonungsloses Zeugnis der Entwurzelung, Sprachlosigkeit und kollektiven Verdrängungsleistung der deutschen Nachkriegsgesellschaft.
A propos de l'auteur
Wolfgang Borchert (1921–1947) war Soldat, Kriegsheimkehrer und die prägende Stimme der deutschen „Trümmerliteratur“ nach 1945. Schwer krank aus dem Krieg zurückgekehrt, schrieb er in kurzer, fiebriger Schaffenszeit Erzählungen und das Drama „Draußen vor der Tür“, die die Entwurzelung und Sprachlosigkeit einer traumatisierten Generation eindringlich festhielten. Er starb mit nur 26 Jahren.