Das Narrenschiff
Sebastian Brant
Das Narrenschiff
Sebastian Brant
Sebastian Brants „Das Narrenschiff“ ist eine der erfolgreichsten Publikationen des ausgehenden Mittelalters und Gründungswerk der europäischen Narrenliteratur. In über hundert kurzen, gereimten Kapiteln, jeweils mit einem eindrücklichen Holzschnitt illustriert, versammelt Brant eine Typologie menschlicher Torheiten und Laster: Geiz, Eitelkeit, Trunksucht, Prahlerei, Vernachlässigung religiöser Pflichten, Neugier und viele andere Schwächen werden allegorisch als „Narren“ dargestellt, die gemeinsam auf einem Schiff nach „Narragonien“ fahren – einem imaginären Land der Torheit. Mit didaktischer Schärfe und zugleich humorvoller Beobachtungsgabe kritisiert Brant die moralischen Verfehlungen seiner Zeitgenossen aller Stände, vom einfachen Bauern bis zum Klerus. Erstmals 1494 in Basel veröffentlicht, wurde das Werk innerhalb weniger Jahre in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt und avancierte zum internationalen Bestseller des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Es beeinflusste maßgeblich die Entwicklung der satirischen Literatur der frühen Neuzeit, etwa Erasmus von Rotterdams „Lob der Torheit“.
A propos de l'auteur
Sebastian Brant (1457–1521) war Jurist, Humanist und Stadtschreiber in Straßburg. Mit seiner Verssatire „Das Narrenschiff“ schuf er einen der größten Bucherfolge des ausgehenden Mittelalters: Auf einem Schiff voller „Narren“ werden menschliche Torheiten und Laster mit spitzer Feder karikiert – ein Werk, das ganz Europa in Übersetzungen eroberte.