Romeo und Julia auf dem Dorfe
Gottfried Keller
Romeo und Julia auf dem Dorfe
Gottfried Keller
Gottfried Kellers Novelle „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ überträgt den Shakespeare'schen Stoff der verfeindeten Liebenden in ein Schweizer Bauerndorf des 19. Jahrhunderts. Die Kinder zweier Bauern, Sali und Vrenchen, wachsen befreundet auf, bis ein jahrelanger, ruinöser Rechtsstreit ihrer Väter um einen umstrittenen Acker beide Familien in wirtschaftlichen und moralischen Ruin treibt und tiefen Hass zwischen ihnen sät. Trotz dieser Feindschaft verlieben sich die inzwischen erwachsenen Sali und Vrenchen ineinander, wissen aber, dass ihnen eine gemeinsame Zukunft in der Dorfgesellschaft für immer verwehrt bleiben wird. Nach einer letzten, glücklichen gemeinsamen Nacht entscheiden sich beide für den gemeinsamen Freitod im Fluss, statt getrennt und unglücklich weiterzuleben. Keller, der die Novelle nach einem tatsächlichen Kriminalfall aus einer Zürcher Zeitung verfasste, verbindet realistische Milieuschilderung des Schweizer Landlebens mit poetisch überhöhter Tragik und schuf damit eine der bekanntesten und meistgelesenen deutschsprachigen Novellen des 19. Jahrhunderts.
A propos de l'auteur
Gottfried Keller (1819–1890) war der bedeutendste Schweizer Erzähler des 19. Jahrhunderts. Nach einer gescheiterten Malerausbildung in München fand er in Zürich zu seiner eigentlichen Berufung: einer humorvoll-genauen, realistischen Prosa. Als Zürcher Staatsschreiber und Autor von „Der grüne Heinrich“ oder „Die Leute von Seldwyla“ verband er politisches Engagement mit feinsinniger Erzählkunst.