Der Mann ohne Eigenschaften. Erstes Buch
Robert Musil
Der Mann ohne Eigenschaften. Erstes Buch
Robert Musil
Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ gilt als eines der bedeutendsten – und komplexesten – Romanprojekte der literarischen Moderne. Im Zentrum steht der hochintelligente, aber innerlich unentschlossene Mathematiker Ulrich, der sich, angewidert von der Beliebigkeit fester Überzeugungen, ein „Urlaubsjahr vom Leben“ genehmigt und dabei zum distanzierten, ironischen Beobachter der Wiener Gesellschaft wird. Er gerät in den Sog der „Parallelaktion“, einer absurden Vorbereitung eines habsburgischen Jubiläumsfestes, die als satirisches Sinnbild für die intellektuelle und politische Orientierungslosigkeit Österreich-Ungarns kurz vor dem Ersten Weltkrieg dient. Musil verbindet in dem Roman essayistische Gedankenschärfe mit psychologisch präziser Figurenzeichnung und einer feinen, oft bitteren Ironie über den bevorstehenden Untergang einer ganzen Weltordnung. Das erste Buch erschien 1930, der Roman blieb jedoch bei Musils Tod 1942 unvollendet und existiert heute in verschiedenen Fortsetzungsfragmenten. Trotz seiner Unvollständigkeit gilt das Werk als Schlüsseltext der literarischen Moderne, vergleichbar mit James Joyce oder Marcel Proust.
A propos de l'auteur
Robert Musil (1880–1942) war österreichischer Ingenieur, Philosoph und Autor eines der bedeutendsten Romanprojekte der literarischen Moderne. Sein unvollendetes Hauptwerk „Der Mann ohne Eigenschaften“ seziert mit analytischer Schärfe und feinem Humor den Zerfall der Habsburgermonarchie. Vor den Nazis floh er in die Schweiz, wo er verarmt und weitgehend unbeachtet starb.