Deutschland. Ein Wintermärchen
Heinrich Heine
Deutschland. Ein Wintermärchen
Heinrich Heine
Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ ist eines der schärfsten politisch-satirischen Gedichte der deutschen Literatur. Anlässlich einer Reise von Paris nach Hamburg im Winter 1843/44 schildert der lyrische Erzähler – ein deutliches Alter Ego des Autors – in 27 Kapiteln seine Eindrücke von einem restaurativen, obrigkeitshörigen Deutschland, das noch immer von Zensur, Kleinstaaterei und nationalistischem Pathos geprägt ist. Mit beißendem Witz attackiert Heine preußischen Militarismus, die katholische Kirche, den erstarrten Kölner Dom als Symbol nationaler Rückständigkeit sowie die deutsche Neigung zu Träumerei statt tatkräftigem politischem Handeln. Zugleich schwingt in dem Werk eine tiefe, zwiespältige Sehnsucht nach der verlorenen Heimat mit, aus der Heine als Jude und Demokrat ins Pariser Exil gezwungen worden war. Das Gedicht wurde in Preußen sofort verboten und Heine selbst mit Haftbefehl gesucht; heute gilt „Deutschland. Ein Wintermärchen“ als brillantes Beispiel politischer Lyrik und Vorbild für spätere satirische Zeitkritik.
A propos de l'auteur
Heinrich Heine (1797–1856) war einer der bedeutendsten deutschen Lyriker und zugleich ein scharfzüngiger politischer Publizist. Als Jude, Demokrat und Zeit seines Lebens Grenzgänger zwischen Deutschland und Frankreich, wo er seit 1831 im Pariser Exil lebte, verband er romantische Gefühlstiefe mit beißender Gesellschaftskritik – seine Bücher wurden von den Nationalsozialisten später verbrannt.