Der Schimmelreiter
Theodor Storm
Der Schimmelreiter
Theodor Storm
Theodor Storms letzte und berühmteste Novelle „Der Schimmelreiter“ spielt an der norddeutschen Nordseeküste und verbindet realistische Milieuschilderung mit unheimlicher Sagenhaftigkeit. Der intelligente, aber unbeliebte Hauke Haien steigt gegen erbitterten Widerstand der abergläubischen Dorfgemeinschaft zum Deichgrafen auf und plant einen technisch fortschrittlichen, flacher geneigten Deich, der dem Meer besser standhalten soll. Seine rationalen Ideen stoßen jedoch auf Misstrauen, Neid und Aberglauben, während private Schicksalsschläge und eine folgenschwere Entscheidung während eines verheerenden Sturms sein Leben und das seiner Familie bedrohen. Die eigentliche Erzählung ist als Rahmenerzählung angelegt: Ein Reisender hört die Geschichte von einem alten Schulmeister, während draußen ein Sturm tobt – und soll später selbst den geisterhaften „Schimmelreiter“ über den Deich jagen sehen. Storm verbindet gesellschaftskritischen Realismus, technikgeschichtliche Fragen des Deichbaus und volkstümliche Gespensterüberlieferung zu einem der eindrucksvollsten deutschen Novellenmeisterwerke.
A propos de l'auteur
Theodor Storm (1817–1888) war Jurist und einer der großen Erzähler des deutschen Realismus. Aus dem norddeutschen Husum stammend, das er zeitlebens seine „graue Stadt am Meer“ nannte, verband er in Novellen wie „Der Schimmelreiter“ oder „Immensee“ lyrische Naturschilderung mit psychologischer Tiefe und stiller Melancholie.