Kleider machen Leute
Gottfried Keller
Kleider machen Leute
Gottfried Keller
Gottfried Kellers Novelle „Kleider machen Leute“ ist eine der beliebtesten und humorvollsten Erzählungen der deutschsprachigen Literatur. Der mittellose Schneidergeselle Wenzel Strapinski kommt in eleganter Kleidung – eigentlich nur ein abgelegter Mantel seines früheren Arbeitgebers – in das Städtchen Goldach und wird dort aufgrund seines vornehmen Auftretens für einen polnischen Grafen gehalten. Aus Höflichkeit und mangelndem Mut, den Irrtum aufzuklären, lässt sich Strapinski widerwillig in die Rolle des Adligen hineinziehen, wird gesellschaftlich gefeiert und verliebt sich in die selbstbewusste Kaufmannstochter Nettchen. Als der Schwindel schließlich bei einer Schlittenfahrt auffliegt, drohen Spott und gesellschaftliche Ächtung – doch Nettchen, die den Betrug längst durchschaut hatte, entscheidet sich bewusst für den Menschen hinter der Fassade. Kellers Novelle karikiert liebevoll-ironisch die Oberflächlichkeit bürgerlicher Konventionen und den gesellschaftlichen Schein und zählt zu den meistgelesenen deutschsprachigen Novellen des 19. Jahrhunderts.
A propos de l'auteur
Gottfried Keller (1819–1890) war der bedeutendste Schweizer Erzähler des 19. Jahrhunderts. Nach einer gescheiterten Malerausbildung in München fand er in Zürich zu seiner eigentlichen Berufung: einer humorvoll-genauen, realistischen Prosa. Als Zürcher Staatsschreiber und Autor von „Der grüne Heinrich“ oder „Die Leute von Seldwyla“ verband er politisches Engagement mit feinsinniger Erzählkunst.